MARMAGEDDON!

In Neuseeland ist offizieller Notstand ausgerufen worden. Aufgrund von Produktionsschwierigkeiten ist der beliebte britische Brotaufstrich Marmite so knapp geworden, dass die neuseeländische Regierung die Bevölkerung jüngst aufrief, das Zeug nur auf Toast (statt auf Brot) zu streichen, weil der Verbrauch dann sparsamer sei. Ich verstehe den Ernst der Lage. Ich gehöre zu den Menschen, die Marmite für ein Grundnahrungsmittel halten und ohne ein Glas davon im Gepäck nicht mal die Stadt verlassen würden.
Marmite, muss man wissen, ist ein Brotaufstrich, der aussieht wie dunkle Schuhcreme, aus Hefeextrakt, Gemüse und Salz besteht, und die englische Nation in Marmite-Liebhaber und Marmite-Hasser spaltet. Am köstlichsten schmeckt das Zeug auf heißem Weißbrottoast. In Windeseile (nämlich bevor der Toast abkühlt, Sie dürfen ruhig im Weg stehende Familienmitglieder oder Haustiere zur Seite stoßen) erst dünn mit Butter bestreichen, dann fast so dünn mit Marmite bestreichen. Dann den Toast in zwei Zentimeter breite Streifen schneiden und, jetzt kommt’s: die Streifen noch mal vertikal einschlitzen. Und dann sofort: Mmmmh! Und es sei hier ein für alle mal gesagt: Das würzlose deutsche Vitam R nimmt sich im Vergleich zu Marmite aus wie ein Trittroller zu einem Rolls Royce.
(Der Ausgewogenheit halber hier die unmaßgebliche Anmerkung meines Freundes Alex: „Alles Quatsch. Ein Marmite-Brot sieht aus wie ein Stück Weißbrot, das während einer Ölkatastrophe an den Strand gespült wurde. Wenn man den Fehler begeht, reinzubeißen, sehnt man sich nach einem Stück Weißbrot, das während einer Ölkatastrophe an den Strand gespült wurde.“)
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