BEWARE OF THE ENGLISH WINDOW!


Das Landgericht Frankfurt entschied letzte Woche, dass auch vollberufstätigen Mietern zugemutet werden kann, drei bis viermal am Tag die Wohnung zu lüften, um Schimmel zu vermeiden. Da haben es die Engländer besser, deren Häuser lüften sich nämlich ganz von alleine, weil arktische Winde ungehindert durch alle Fenster,- Tür-, Wand- und Dachritzen pfeifen. Und durch die einfach verglasten Fensterscheiben natürlich, deren fipsige Gardinen ohnehin nur dazu da sind, um heimlich zu gucken, was der Nachbar in No. 76 von Dark Desires geliefert bekommt.

Auch durch die Türen zieht es. Wer mal in einer englischen Krimiserie gesehen hat, wie ein Polizist auf Verbrecherjagd hey presto die Türe zum Bad durchtreten hat, als wäre sie aus Oblatenpapier, weiß, warum: Sie ist aus Oblatenpapier. Ach ja, und da hierzulande handelsübliche Isolierungen in England unüblich sind, zieht es auch noch durch die Wände. Und – infolge fehlender Keller – zudem durch die Böden. Kurz: Es zieht in englischen Häusern wie Hechtsuppe, dagegen können auch die gemütlichen englischen Kamine nicht anstinken, die so rappzapp Frontalwärme verbreiten, dass man schon erste Brandwunden im Gesicht hat, bevor die Eisplatten in der Nierengegend abgetaut sind.

Falls man als deutscher Durchlüftfreak trotzdem zusätzlich frische Luft ins Zimmer lassen möchte, sollte man die Fenster keinesfalls auf eigene Faust öffnen! Die typisch englischen Schiebefenster sind nämlich absichtlich so konstruiert, dass man beim Gegeneinander-Schieben der unteren und oberen Fensterscheibe seine Finger darin verklemmt und ohne fremde Hilfe nie wieder freikommt. Vielleicht soll das Einbrecher abschrecken. Vielleicht verbirgt sich dahinter auch eine einträgliche Kooperation der englischen Schreiner-Innung mit der englischen Chirurgen-Innung. Man steckt nicht drin. Oder, im blödsten Fall eben doch.

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