SPA AUF ENGLISCH.

Das größte Mysterium Großbritanniens neben den sagenumwobenen Kreisen im Kornfeld und Lochness-Monster Nessie ist die Abwesenheit von warmem Wasser in englischen Badezimmern. Obgleich die Mischbatterie 1880 in England (!) erfunden wurde, hat sich das bei einheimischen Klempnern noch nicht rumgesprochen. Beim Händewaschen oder Duschen unter Einzelwasserhähnen hat man folglich die Wahl zwischen arktisch kaltem oder kochend heißem Wasser – falls man es überhaupt schafft, die Hände oder irgendein anderes Körperteil unter die direkt an der Beckenwand angebrachten, irrsinnig kurzen Wasserhähne zu quetschen. Meiner Erfahrung nach lässt sich allerdings durch blitzschnelles Hin- und herbewegen der Hände unter beiden Wasserhähnen (praktisch eine Art extrem zackiger Kneippkur) zumindest der Eindruck einer Durchschnittstemperatur herstellen. Wer wiederum zu groß ist, um unter den in Wadenhöhe angebrachten Badewannenhähnen zu duschen, behilft sich ganz einfach mit shower equipment: einem Gummischlauch, der auf der einen Seite einen Duschkopf hat und sich an der anderen Seite zu zwei Schläuchen gabelt – Den einen davon steckt man auf den Heißwasserhahn, den anderen auf den Kaltwasserhahn, fertig ist die topmoderne englische Dusche – there you go!
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