SORRY, JENS!

Ich möchte mich bei meinem technisch versierten Nachbarn Jens (der fast so technisch versiert ist wie meine Nachbarin Ari) dafür entschuldigen, dass er heute top-wichtige Dateien für mich umwandeln musste, die sich später als top-unwichtig herausstellten.

Ein durchschnittlicher Engländer entschuldigt sich laut Untersuchungen etwa sechzig Mal am Tag. Dafür, dass er die Frechheit besitzt, eine mangelhafte Ware zu reklamieren (Verzeihung, dass ich Sie belästige, kann es sein, dass dieser Fön, der mein Haus in Brand gesetzt hat, womöglich nicht ganz einwandfrei funktioniert?). Dafür, dass er die Impertinenz hat, etwas im Restaurant zu bestellen (Entschuldigung, ich möchte Sie nicht stören, aber wäre es wohl unter Umständen machbar,  dass ich die Speisekarte einsehen könnte?). Dafür, dass er die Dreistigkeit hat, ein Taxi in Anspruch zu nehmen (Pardon, ich fürchte, ich müsste zum Finsbury Park, aber natürlich nur, wenn Sie meinetwegen keine Umwege auf sich nehmen müssen?). Zum Beispiel. Meine Schwägerin entschuldigte sich während meines letzten Londonbesuchs dafür, dass es in der Zeit ein paar Mal geregnet hatte, dafür, dass ich nur fünf Tage Urlaub hatte und dafür, dass mein Rückflug Verspätung hatte. Großmütig, wie ich bin, verzieh ich ihr alle drei Dinge. Selbst wenn Sie einem Engländer auf den Fuß treten, wird er sich bei Ihnen entschuldigen, dass er und sein ungeschickter Fuß Ihnen im Weg waren. Wenn ein Engländer nicht gerade dabei ist, sorry zu sagen, dann höchstens deshalb, weil er gerade dabei ist, please oder thank you zu sagen. In diesem Sinne noch mal: Thank you, Jens!

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