JAHRHUNDERTSOMMER.

Im schönen Noer an der Ostsee gab es heute den ganzen Nachmittag keinen einzigen Tropfen Regen, das kann ich selbst bezeugen. Jahrhundertsommer würde man so was in England nennen. Dort heißt einen Tag am Strand verbringen: Voll bekleidet, in eine Decke gewickelt und auf einem Klappstühlchen oder im Windfang kauernd Tee aus der Thermoskanne trinken, durchweichte Hot Dogs und Zuckerwatte mampfen und in den prasselnden Regen starren. Und sich dabei eine gesalzene Lungenentzündung holen, die man hernach zwischen Nylonbettlaken, bei rationiertem Heißwasser und unter den grimmigen Blicken der B&B landlady kurieren kann. Apropos grimmig – ein Tipp für alle, die sich trotz allem nicht von den Freuden der britischen seaside abschrecken lassen: Im Badeort Torquay, das wahlweise Englisches Monpellier, Englisches Neapel oder Englisches Bielefeld genannt wird, findet man das Hotel Gleneagles, dessen einstiger unhöflicher Besitzer Donald Sinclair seinerzeit nicht nur den Titel “Garstigster Hotelier der Welt” erhielt, sondern der auch John Cleese zur berühmten Hotel-Serie Fawlty Towers inspirierte.
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